Die Spielverderber

Die Spielverderber


Eine komische Tragödie von Michael Ende


Der als Sohn des surrealistischen Malers Edgar Ende in Garmisch geborene Autor (1929-1995) ist vor allem durch seine Jugendbücher „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (1960)“, „Momo“ (1973) und „Die unendliche Geschichte“ (1979) bekannt geworden. Doch Ende war keineswegs ein „Märchenonkel“, denn viele seiner Werke thematisieren die Gefahr einer Welt, in der Fantasie und Menschlichkeit eine immer geringere Rolle spielen. Sie sind Zivilisationskritiken, beinhalten jedoch auch die Vision einer anderen, besseren Welt.


In den bereits 1967 geschriebenen „Spielverderbern“ ist von solch einer positiven Vision allerdings noch wenig zu spüren.


Das Stück beginnt wie ein klassischer Krimi: Zehn Menschen, die sich – bis auf einer dreiköpfige Familie – untereinander nicht kennen, werden in ein seltsam anmutendes, nur von einem Diener bewohntes Haus eingeladen, um ein Erbe in Empfang zu nehmen. Keiner von ihnen kennt den Erblasser – was sie jedoch nicht zugeben. Alle Zehn erhalten von einem Notar einen Umschlag mit der Auflage, ihn nur gemeinsam zu öffnen. Denn nur, wenn alle Erbscheine in der richtigen Reihenfolge sortiert werden, wird klar, wer was erbt.


Das jedoch misslingt völlig, denn die Erben misstrauen sich gegenseitig, jeder verfolgt nur seine eigenen Interessen. Je größer ihre Uneinigkeit wird, desto mehr verschließt sich das Haus. Nach und nach verschwinden Türe und Fenster, bis es keinen Ausgang und damit auch keinen Ausweg mehr gibt.


"Das ist wie in Europa – es wird viel zu viel gestritten, statt konstruktiv zusammen gearbeitet. Und irgendwann ist es spät“, erkannte Regisseur Kurt Feyerabend schon nach dem ersten Lesen eine brisante Aktualität.


Dass „Die Spielverderber“ zudem eine große Herausforderung an Darsteller, Bühnenbild und Licht sind, machte ihm und den „Stühlen“ noch mehr Lust, das das Stück in Angriff zu nehmen.


Spielstätte


Weingut Geschwister Schuch

Oberdorfstraße 22

55283 Nierstein

Karten


karten@50stuehletheater.de

oder Tel.: 06242 9120112

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