Der Weltuntergang

Der Weltuntergang


oder Die Welt steht auf kein‘ Fall mehr lang“

von Jura Soyfer


Warum spielen wir den „Weltuntergang“? Weil Soyfer – obwohl er seine Stücke absolut zeitbezogen sehen wollte - höchst aktuell ist. Die wohl ewig Kernaussage des „Weltuntergangs“ ist: Wenn der Mensch nicht denken will, ist ihm nicht zu helfen. Dann wird er eben von den Mächtigen betrogen und in Kriege geführt. Das einzige Gegenmittel ist für den Autor der real existierende Protest.


Aktuell ist auch das Thema der Verantwortung der Mächtigen, deren Dummheit und Gewissenlosigkeit für viele Menschen gefährlich ist.


Oder – deutlich in der Figur Gucks - die Frage nach der Rolle der Intellektuellen in der Gesellschaft, die Soyfer eindeutig beantwortet: Missbrauch der Wissenschaft ist unmoralisch und beschleunigt das tragische Ende.


Außerdem bietet die Inszenierung uns völlig neue Erfahrungen in Sachen Lieder und die Musik, die Soyfers Vorliebe für das Kabarett widerspiegeln und die ganz in der Tradition der österreichischen Volkstücke stehen.


Zum Autor:

Jura Soyfer wurde am 8. Dezember 1912 in der Ukraine als Sohn eines jüdischen Industriellen geboren, floh 1921 mit seinen Eltern vor den Bolschewisten nach Wien und schloss sich schon in seinen Schülertagen den Sozialisten an. Weil mit der französischen, russischen und deutschen Sprache groß geworden, entwickelte er früh eine Vorliebe für Literatur und Sprachspiele. 1929 wurde er Mitglied des Politischen Kabaretts der Sozialdemokraten und begann mit szenischem Schreiben.


Ab Dezember 1931 erschienen in sozialdemokratischen Zeitungen wöchentlich politische Satiren von Soyfer. Obwohl er 1937 zunächst irrtümlich festgenommen wurde, fand sich deshalb genügend Material, um ihn drei Monate in Haft zu behalten. Im Februar 1938 wurde er aufgrund einer Amnestie entlassen, um am 13. März, exakt einen Tag nach dem Anschluss Österreichs ans Dritte Reich beim Fluchtversuch in die Schweiz erneut verhaftet zu werden. Er kam erst ins KZ Dachau, dann ins KZ Buchenwald, wo er am 16. Februar 1939 an Thyphus starb.


Er ist einer der wenigen österreichischen Autoren, dessen Werke in 30 Sprachen übersetzt wurden.


Werke:

Der Weltuntergang oder Die Welt lebt auf kein‘ Fall mehr lang (1936)

Der Lechner Edi schaut ins Paradies (1936)

Astoria (1937)

Vineta (1937)

Broadway Melodie (1937)

 


Spielstätte


Weingut Geschwister Schuch

Oberdorfstraße 22

55283 Nierstein

Karten


karten@50stuehletheater.de

oder Tel.: 06242 9120112

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